Segeln 2016

Erschienen am 27. Juni 2016 in Allgemein

Johannes Haack

 

Schiff ahoi und gut Pfad!
Viele neue Eindrücke für die Pfadfinderstufe des Stammes Andechs Rothenau der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) auf dem Plattbodenschiff „Zwarte Valk“

Bereits seit Jahrzehnten ist ein Segelturn der Höhepunkt im Stammesleben der Bad Staffelsteiner Pfadfinder. Dieser führt die Grüpplinge mit ihren Leitern fast regelmäßig in die Niederlande, genauer gesagt ins Ijsselmeer. Hier können die Jugendlichen erlernte Pfadfindertechniken wie auch Pfadfindertugenden unter Beweis stellen. Gemeinsinn wird hier ganz groß geschrieben!
Frei nach einem Motto der Pfadfinderstufe „wagt es“ beginnt jeder Segelturn mit der gemeinsamen Organisation.

Gruppenbild Segeln 16
Eine besondere Freude war es – vor allem für die älteren, also für die, die schon öfter dabei waren, dass dieses Jahr wieder die „Zwarte Valk“, der Skipperin Jantine zur fraglichen Zeit frei war. Aus diesem Grunde wurde ja auch schon Ende letzten Jahres gebucht. Das schnellste Plattbodenschiff und die coolste Skipperin des Ijsselmeers – das versprach wieder lustig zu werden. Als die letzten Verabredungen (z.B. wann das Schiff „bezogen“ werden konnte) getroffen wurden, stellte sich heraus, dass Jantine diesmal doch nicht mit von der Partie war. Alle waren enttäuscht, allerdings ist der Grund für das Fehlen der beliebten Skipperin sehr erfreulich: sie bekommt Nachwuchs.
Am Pfingstmontagmorgen war es nun endlich soweit: Mit 2 voll besetzten Kleinbussen ging es via Kassel nach Makkum, wo das Segelschiff „Zwarte Valk“ auf sie wartete, denn sie konnten bereits am Vorabend des geplanten Starttages ihre Kajüten beziehen.
Nun lernten sie auch den Skipper Onno und Maat Paulien, die vor kurzem ihr Kapitänspatent erworben hat und auch bald als Kapitänin einem Hochseeschiff vorstehen wird.
Jantine, die Besitzerin der „Zwarte Valk“ kam auch zur Begrüßung. Alle verstanden, dass sie mit ihrem derzeitigen Umfang nicht als Skipper arbeiten konnte und wünschten ihr und ihrem bald zu erwartenden Nachwuchs alles erdenklich Gute!
Am nächsten Tag blieb der Wind fast aus. Mit viel Anstrengung schafften sie es bis zum Nachmittag nach Harlingen. Gute Zeit zum Schoppengehen, was speziell die Mädels aus der Pfadistufe sehr freute. Auch hier kam Jantine nochmal zu Besuch.
Am 2. Tag geplantes Trockenfallen nachts, um dann nach Schiermonnikoog zu kommen. Diese Insel war bereits einige Jahre das nie erreichte Ziel und auch diesmal klappte es nicht: Die Fahrrinne sollte nominal eine Tiefe von mindestens 3m haben. Doch selbst die „Zwarte Valk“ mit 90cm Tiefgang kam nicht durch… Deshalb doch wieder „nur“ Ameland – Hafen Nes
Am 3. Tag segelten sie an Seehunden vorbei, auf eine Sandbank, um für die geplante Wattwanderung von Bord zu gehen.

Zwarte Falk 16 Das nächste Ziel war, die Insel Terschelling: Wie schon in den letzten Jahren sollte auch dieser Segelturn ein großes Abenteuer werden. Der Wind wechselte nahezu stündlich die Richtung. Er war auch der Hauptverantwortliche, dass sie nicht zur vorgeschriebenen Zeit (22°°Uhr) den sicheren Hafen erreichten, sondern erst um 23°°Uhr. So konnten sie die Arbeit der Wasserpolizei aus nächster Nähe erleben: Die Polizei kontrollierte das Schiff und die Mannschaft und die Verspätung wurde mit einem Bußgeld geahndet.
Der Landgang folgte am nächsten Tag – viel Zeit für die Ortschaft West-Terschelling.
Erst gegen 16°° starteten sie Richtung Vlieland.
Da am nächsten Tag, wegen des immernoch drehenden Windes und einer Untiefe nicht rechtzeitig Stavoren (Da gibt’s den gefühlt besten Fischladen des Ijsselmeers!) erreicht werden konnte, gings zurück nach Harlingen.
Am Ende der Seereise konnten alle Handgriffe, die auf der „Zwarte Valk“ nötig waren, um gemeinsam beispielsweise eine Wende durchzuführen, von allen fast blind ausgeführt werden.
So kreuzte die „Pfadfindercrew“ nun ganz routiniert zurück nach Makkum.
Nach einem gemeinsamen Schiffsputz hieß es schon wieder Abschied nehmen von der „Zwarte Valk“. Eine lange Fahrt lag noch vor ihnen. Die meisten der Jugendlichen sollten diese mehr oder weniger verschlafen. Am frühen Montagmorgen konnten die Eltern ihre – ein wenig erwachseneren – Kinder wieder am Jugendheim abholen.

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